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DJK Hirschfeld – FT Schweinfurt 3:4 (09.08.2020)

Sehenswerter Auftakt nach der Corona-Pause trotz Niederlage

Fast auf den Tag genau fünf Monate nach dem letzten Spiel der DJK durfte das Team um Spielertrainer Stefan Nöthling endlich wieder ran. Dabei konnte man sich noch glücklich schätzen. Denn die meisten Mannschaften durften nach der Winterpause überhaupt nicht mehr auflaufen bevor es zum Lockdown kam.

Nach der ersten Trainingswoche begrüßte man den letztjährigen Bezirksliga-Meister und Landesligisten FT Schweinfurt in Hirschfeld. Ebenso wie die Hirschfelder eine Klasse tiefer stehen die Freien Turner als Aufsteiger auf einem sehr guten vierten Platz. Das war also schon eine Hausnummer, die da ihre Visitenkarte an der Gernacher Straße abgab.

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Michél Knaup und seine Teamkameraden erwiesen sich als sehr spielfreudig in diesem ersten Freundschaftsspiel.

Das Team von Trainer Adrian Gahn stieg auch schon früher ins Training ein. Es war also zu vermuten, dass man läuferisch und konditionell nicht ganz mithalten konnte. Doch davon war die ersten 60 Minuten überhaupt nichts zu erkennen. Tatsächlich hatte man eher den Eindruck, dass in diesen ersten zwei Spieldritteln die Grünweißen aktiver und torgefährlicher waren. Ein Klassenunterschied war jedenfalls über die gesamte Spieldauer nicht zu erkennen.

Allerdings geriet die Heimelf früh in Rückstand. Keeper Spiros Antoniou war bei einem Fernschuss nicht ganz auf der Höhe und ließ die Kugel zum 0:1 ins Netz (7.). Davon ließ der Vertreter von Medet Aydin sich aber nicht aus der Ruhe bringen und lieferte in der Folge eine gute Partie ab.

Auch der Rest der Truppe war vom Gegentor wenig beeindruckt und spielte munter nach vorne. Die erste gute Chance der Gastgeber gab es in der 22. Minute als Jannik Lutz eine tolle Flanke in den Strafraum schlug und nur ein Abwehrspieler vor dem einschussbereiten Pascal Knaup klärte. Bei der anschließenden Ecke köpfte auch noch Christian Bollstetter völlig freistehend über das Tor.

Die Defensive der Freien Turner hatte jedenfalls ihre liebe Mühe mit den grünweißen Angreifern. Trotzdem ließ die nächste nennenswerte Szene etwas auf sich warten. Erst in der 43. Minute ging es mit Mario Knaup schnurstracks über rechts auf Jannik Lutz. Der scheute den Zweikampf nicht, ließ zwei Gegner stehen und passte flach nach innen. Dort kam Manuel Wächter gerade so nicht an die Kugel, sonst wäre der verdiente Ausgleich aus sechs Metern wohl fällig gewesen.

Der fiel dann gleich nach der Pause als Patrick Hartmann einen Freistoß zunächst in Mauer schoss. Auch sein Nachschuss wurde abgewehrt. Doch Jannik Lutz setzte nach und drückte die Kugel zum 1:1 in die Maschen (48.). Zuvor war nach dem Seitenwechsel Patrick Hartmann für den angeschlagenen Kapitän Daniel Walter in die Partie gekommen.

Nur zwei Minuten später hätte Benedikt Amend den zweiten Hirschfelder Treffer erzielen können. Pascal Knaup marschierte über links und sorgte mit einem kurzen Pass in die Mitte für viel Torgefahr. Doch der Schuss aus 18 Metern ging knapp am Kasten vorbei (50.).

Bei einem hohen Ball verschätzte sich dann Mario Knaup und so stand der FT-Stürmer Dominik Popp frei vor dem DJK-Tor. Doch Spiros Antoniou klärte den strammen Schuss aus acht Metern mit dem Fuß (57.).

Zwei Minuten später durften dann Maximilian Wächter und Pascal Knaup vom Feld. Für die beiden kamen Shendrit Mehmeti und Theo Friedrich. Letzterer ist gerade erst achtzehn geworden und durfte sich zum ersten Mal bei den Herren präsentieren.

Shendrit Mehmeti führte sich auch gleich gut ein. Denn sein erster beherzter Antritt konnte nur mit einem Foul ca. 25 Meter vor dem Gästetor gestoppt werden. Diesmal trat Jannik Lutz an und semmelte das Leder gekonnt zum 2:1 über die Mauer ins Netz (60.).

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Jannik Lutz nutzt die löchrige Mauer für seinen zweiten Treffer.

Die Führung der Heimelf hatte allerdings nicht lange Bestand. Nur zwei Minuten später stand es nämlich 2:2 als ein FT-Spieler einen Stellungsfehler von Benedikt Amend ausnutzte. So konnte der gegnerische Stürmer aus nur fünf Metern problemlos verwandeln.

Der Gegentreffer war die erste von einigen Unkonzentriertheiten, die sich die Hirschfelder nun leisteten. Dies war allerdings auch nicht verwunderlich. Denn bei der brütenden Mittagshitze und der fehlenden Kondition kann so etwas schon mal passieren. Bis es wieder um Punkte geht, ist noch genügend Zeit, um sich entsprechend zu verbessern.

Außerdem blieb der Gastgeber bis zum Schluss weiter torgefährlich. So schickte Jannik Lutz seinen Teamkameraden Michél Knaup steil. Der umkurvte den Torwart der FTS, kam dabei aber etwas zu weit nach außen ab. So konnte sein Schuss aus spitzem Winkel noch von einem Verteidiger vor der Linie geklärt werden (65.). Und drei Minuten später hätte Shendrit Mehmeti einen Nachschuss besser verwerten können als er unbedrängt neben das Tor zielte. Kurz zuvor prüfte Manuel Wächter den Schweinfurter Schlussmann mit einem Kopfball.

In der 72. Minute brachte auch Patrick Hartmann nach einer Ecke den Ball nicht im Tor unter. Das Auslassen der vielen guten Chancen wurde dann auch gleich bestraft. Christian Bollstetter unterlief eine Flanke wodurch Dominik Popp völlig frei stand. An der Strafraumgrenze fackelte dieser nicht lange und knallte den Ball zum 2:3 ins Tor (74.).

Nachdem ein unnötiges Foul von Shendrit Mehmeti ca. 19 Meter vor dem Tor beim anschließenden Freistoß mit dem 2:4 bestraft wurde, war die Niederlage nicht mehr abzuwenden (80.). Trotzdem zeigte die Heimelf Moral und kam in der 86. Minute noch einmal heran. Patrick Hartmann setzte die FTS-Defensive unter Druck und sorgte für das 3:4.

Quasi mit dem Schlusspfiff hätte sogar noch der Ausgleich fallen können als wieder Jannik Lutz den Hirschfelder Mittelmotor Michél Knaup auf die Reise schickte und der alleinstehend vor dem Tor den Keeper anschoss (90.).

Kurz danach beendete der Unparteiische die Partie. Als Erkenntnis nach der langen Pause bleibt, dass keiner das Fußballspielen verlernt hat. Nach so einer langen Unterbrechung war nicht zu erwarten, dass die Grünweißen so attraktiv Fußball spielen würden. Letztlich erwiesen sich die Gäste nur im Abschluss etwas abgezockter. Ansonsten wäre mehr als diese knappe Niederlage drin gewesen. Denn insgesamt hatte die Heimelf die besseren Chancen, ließ diese aber manchmal etwas fahrlässig liegen. Das macht aber nichts. Der Auftritt war mehr als ordentlich und macht Lust auf mehr. Hoffentlich dann auch bald wieder mit Zuschauern.

Aufstellung:
Spiros Antoniou, Maximilian Wächter, Daniel Walter, Stefan Nöthling, Christian Bollstetter, Michél Knaup, Mario Knaup, Manuel Wächter, Benedikt Amend, Pascal Knaup, Jannik Lutz, Einwechselspieler: Patrick Hartmann, Theo Friedrich, Shendrit Mehmeti, Fabian Häckner